Niemand sagt dass es leicht ist

Jeder, der bei der Bundeswehr (alternativ Volksarmee) war, kennt noch so wichtige Werte wie Kameradschaft und Zusammenhalt, das familiäre Handeln und Denken, und wenn ich ganz ehrlich bin, das hat mir damals unheimlich gefallen.

Dazu gehört aber auch sowas wie Disziplin und Selbstkontrolle, Anstand und Respekt, und ich weiss nur zu gut, dass es immer mal Tage gibt, an welchen man grundsätzlich alles in Frage stellt, weil wirklich alles und jeder (gefühlt) gegen einen ist. Dementsprechend sucht man nach einem Ventil für seinen Frust, der sich gerade bei Berufskraftfahrern nahezu immer aufbaut, zwangsweise.

Diesen allgemeinen Frust, der meist in erster Linie direkt mit dem Job zusammenhängt, lässt man dann meist bei denen ab, die entweder im gleichen Boot sitzen, oder alternativ gerade zur Hand sind, also Kunden, Autofahrer, Fussgänger, egal an wem, Hauptsache man fühlt sich selbst danach besser, und gerade wir LKW-Fahrer können das echt verdammt gut, das Anmaulen anderer Personen; das ist dem Job geschuldet, in welchem man selbst kaum noch Respekt, Akzeptanz oder zumindest Zuspruch erntet.

Aber genau das ist auch der Punkt, an welchem wir uns selbst immer häufiger ein Bein stellen, denn dieses “Gemaule” nimmt die Öffentlichkeit, der Kunde und die Familie sehr wohl wahr. Die Familie mag da durch die Nähe zu dem Beruf vielleicht noch begreifen, dass der Beruf des Berufskraftfahrers alles andere als easy und stressfrei ist, aber Aussenstehende haben dafür kein Verständnis, nur zu selten weiss diese, unter welchen Umständen heute ein Berufskraftfahrer seine paar Taler verdient, und bei dem Verhalten der meisten Kollegen verwundert es auch nicht, dass unser Ansehen immer weiter sinkt.

Wir alle wollen mehr Respekt in der Öffentlichkeit, mehr Akzeptanz für unsere Tätigkeit, und vor allem die eine oder andere Last von unseren Schultern genommen bekommen, aber das setzt auch voraus, dass wir uns nicht wie die Axt im Walde verhalten, weder den Kunden und Autofahrern gegenüber, noch unter uns!
Wir haben alle das gleiche Ziel und die gleiche Bürde – warum also spielen wir uns untereinander auch noch auf wie Gockel im Hahnenkampf?

Die guten Zeiten sind vorbei, und niemand will mehr hören, wie toll es doch früher war, denn das hilft heute niemanden in seiner Lage weiter.
Um etwas zum Guten verändern zu können, gibt es u. a. die Iniatitive “Actie in de Transport”. Die Ziele dieser Iniatitive sind gut und ehrenwert, aber auch diese Gruppe hat das Problem, dass Werte wie Zusammenhalt nebensächlich sind. Hier gibt es einen kleinen harten Kern, welcher sich echt nahezu übermenschlich neben dem Job dafür engagiert, während andere die Sache schon schlechtreden, bevor überhaupt etwas passiert ist.

Ich habe die Gruppe Hells Truckers gegründet, weil ich die Nase von diesen ständigen Einzelkämpfen auf verlorenem Posten gestrichen voll habe.
Die Hells Truckers zeichnen SICH SELBST dadurch aus, dass man sich gegenseitig respektiert, vernünftig wie erwachsene Menschen miteinander umgeht, und vor allem dadurch einen Zusammenhalt schafft, der unter den LKW-Fahrern echt selten geworden ist.

Die Iniatitive Actie in de Transport wird inhaltlich von den Hells Truckers unterstützt, allerdings ist der Ansatz des Ändernwollens ein anderer, nämlich das Ablegen schlechter Angewohnheiten bei sich selbst, um eine starke Gruppe zu werden.

Stark deshalb, weil es zukünftig noch eine Menge Niederschläge geben wird, und es nichts bringt, sich dann gegenseitig den schwarzen Peter zuzuschieben, oder gar die Sache in Frage zu stellen. Stark für uns, denn eine Gruppe, die sich selbst zusammenhält, muss nicht wie ein Kindergarten geleitet werden, sondern achtet von sich darauf, dass nichts aus dem Ruder läuft.

Die Hells Truckers stehen füreinander ein, man hilft sich gegenseitig, ja man identifiziert sich mit der Gruppe und dem Zusammenhalt.

Niemand sagt dass es leicht ist, sich und seine Ansichten/Gewohnheiten zu ändern, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen, aber es ist auch nicht unmöglich, mal etwas an sich zu arbeiten. Wir alle wollen positive Veränderungen sehen, und warum soll sich alles um uns herum ändern, und wir bestehen darauf, weiterhin unverändert weitermachen zu wollen? ;)

Liebe Kollegen. Wir die Hells Truckers leben es derzeit vor, es funktioniert bestens, und es tut auch garnicht weh!
Jeder bringt sich ein, sagt was er sagen will, und das auf einem Niveau wo es auch Spaß macht, sich mit anderen zu unterhalten!

Jeder kann ein Hells Truckers sein wenn er denn will, dazu bedarf es keiner Mitgliedschaft, eines Beitrages, oder eines Produkts – lediglich die Einsicht, dass es so wie bisher nicht weitergeht, und etwas Selbstdisziplin und Achtung anderen gegenüber hat noch niemandem geschadet.

Werde ein Hells Truckers, ändere zuerst Dich bevor Du andere in die Pflicht nimmst, damit wir dann gemeinsam unser aller Ziel erreichen können!

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Ein Gedanke zu “Niemand sagt dass es leicht ist

  1. Es wird bestimmt nicht leicht, aber ich bin bereit dazu, seid Ihr es auch denn nur “Gemeinsam sind wir stark”.
    In diesem Sinne wünsche ich uns Allen, das die erhofften Ziele erreicht werden.
    Allzeit gute Fahrt.
    Uwe

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